Clausnitz ist in aller Munde.

Nachdem die Seite "Döbeln wehrt sich - Meine Stimme gegen Überfremdung" gestern Abend erschreckendes Video- und Bildmaterial aus dem mittelsächsischen Ort postete, erfährt der Landkreis Mittelsachsen traurige Aufmerksamkeit. Aggressive und gewaltbereite Bürger_innen versuchen, einen Bus mit Geflüchteten zu blockieren. Sie bedrohen die ankommenden Menschen mit lautem Geschrei, skandieren "Wir sind das Volk" Rufe und machen vor allem eines klar: Ihr seid hier nicht willkommen.
Seit dem Vorfall und den entsprechenden Postings auf der Döbelner Facebookseite hagelt es Kritik. In Kommentaren wird die Ablehnung dieses Verhaltens deutlich. Namhafte Personen, wie etwa der Comedian Jan Böhmermann, teilen die Seite und machten auf die sächsischen Zustände aufmerksam. Mittlerweile haben Spiegel Online, Zeit Online, der MDR und viele weitere Medien berichtet.
Auch wir sind erschüttert von den Vorfällen in Clausnitz. Auch wir kritisieren das Verhalten der Clausnitzer Bürger_innen und deren Unterstützer_innen. Und wir betonen: Die Seite "Döbeln wehrt sich - Meine Stimme gegen Überfremdung" veröffentlicht rassistische, fremdenfeindliche, hetzerische Inhalte, hinter denen Neonazis zu vermuten sind.
Welche Rolle die Döbelner Gruppe in der Landschaft sächsischer Asylgegner_innen spielt, können wir nur vermuten. Wir betonen aber eines: "Döbeln wehrt sich" steht nicht für alle Döbelner_innen. Unsere Initiative stellt sich gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz und setzt sich für Flüchtlinge vor Ort ein. Miteinander und nicht nebeneinander, menschlich und nicht menschenfeindlich, offen und nicht misstrauisch. Willkommen in Döbeln!
P.S. Die Facebookseite "Döbeln wehrt sich - Meine Stimme gegen Überfremdung" ist mittlerweile offline.

Kommentare